guckkasten im kunst und gewerbeverein regensburg eine kunstaktion zur 85. jahresausstellung 2011
vom 17. september bis 16. oktober
carola gussor max messemer
ein ladenraum, der schon seit geraumer zeit
leer steht - ungenutzt - frei einsichtig über schaufenster an 3
fassadenseiten und somit auch transparent ist, hält den passanten nicht
auf, zieht ihn nicht an, ist kein raum, der ihm etwas bietet oder nutzt. werden
die fenster nun mit zeitung verklebt und somit der raum verschlossen,
entsteht die erwartung einer veränderung im inneren, die verheißung
einer überraschung und neugierde auf das, was sich noch nicht zeigen
will. der verborgene raum zieht an, hält den vorbeigehenden auf,
zumal ein offenes lichtband etwas unter kopfhöhe einblicke und
entdeckungen ermöglicht.
aber drinnen gibt es nichts "neues" -
keine sichtbaren eingriffe oder umgestaltungen, nur sich verändernde
baugerüste und die durch die fensterverklebung entstehenden farbigen
reflexe des zeitungspapiers sowie licht- und schattenflächen, die den
raum neu gliedern und sich mit der wechselnden tages-/ nachtbeleuchtung
verändern. dann gibt es da noch die auf die scheiben gemalte
handschrift, die durch ihre form nicht als informationstext erscheint,
der über die zukünftige raumnutzung aufschluss gibt, sondern eher als
persönliches statement: "wenn noch kunst entsteht, taucht sie dort auf, wo wir sie am wenigsten vermuten. musil" oder soll der raum als kunstgalerie genutzt werden? gibt es nicht schon nebenan eine kunstgalerie? liest
man diese aufschrift (oder schmiererei?) an der schaufensterscheibe,
fängt man vielleicht an, die zeitungsartikel dazwischen bzw. dahinter zu
lesen und liest erneut über kunst und sieht kunst abgebildet. oder man
bleibt beim nachdenken über musils spruch an den reflexionen der
stadträumlichen umgebung auf der glasscheibe hängen... wie auch immer
ist man vermutlich kurzfristig an der eigenen wahrnehmung hängen
geblieben und hat damit temporär einen eigenen raum definiert...
carola gussor
29.01.11 - 06.03.11 weytterturm straubing
irgendwas 2000
installationen auf vier ebenen
fotos von max messemer
02.11.07 - völklhallen in straubing
stell dir das ganz anders vor
rauminstallationen, malerei, kinetische objekte, performance auf ca. 3500 m2